INSTALLATION LISSABON

Grada Kilomba: O barco / Das Boot

Vom 03. September bis 17. Oktober 2021 zeigte das MAAT - Museum of Art, Architecture and Technology in Lissabon die Installation Barco/Das Boot der Künstlerin Grada Kilomba. Dieses Installation, die auch als Entwurf für das Mahnmal zu Ehren versklavter Menschen Menschen eingereicht worden war, bestand aus 140 Blöcken, die die Silhouette eines Schiffsbodens bilden und den Raum minutiös nachzeichnen, der geschaffen wurde, um die Körper von Millionen von Afrikanerinnen und Afrikaner aufzunehmen, die von europäischen Imperien versklavt wurden. In der westlichen Vorstellungswelt wird ein Schiff leicht mit Ruhm, Freiheit und maritimer Expansion assoziiert, die als Entdeckungen" bezeichnet werden, aber nach Ansicht der Künstlerin kann ein Kontinent mit Millionen von Menschen nicht entdeckt werden", noch kann eines der längsten und grausamsten Kapitel der Menschheit - die Sklaverei - ausgelöscht werden". Diese erste groß angelegte Installation von Grada Kilomba erstreckte sich auf einer Länge von 32 Metern am Tejo und erinnerte an vergessene Geschichte und Identitäten.

Auftrag und Produktion: BoCA - Biennale für zeitgenössische Kunst  Kopoduziert von MAAT – Museum of Art, Architecture and Technology, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden.

Partner: Câmara Municipal de Lisboa / EGEAC 

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Biografie der Künstlerin

Grada Kilomba

Sie ist eine portugiesische Autorin, Psychologin, Theoretikerin und interdisziplinäre Künstlerin, die sich in ihren Arbeiten kritisch mit Erinnerung, Trauma, Geschlecht, Rassismus und Postkolonialismus befasst. Sie arbeitet mit verschiedenen Formaten, von Text über szenische Lesung und Performance. Jahr 2012 war sie Gast-Professorin für Gender Studies und Postcolonial Studies an der Humboldt-Universität in Berlin.

Bekannt wurde Grada Kilomba durch ihr Buch Plantation Memories, einer Sammlung alltäglicher Rassismuserfahrungen in Form von Kurzgeschichten, die 2008 zum Internationalen Literaturfestival im Haus der Berliner Festspiele erschien. Sie ist Mitherausgeberin von Mythen, Masken und Subjekte (2005), einer Anthologie zu kritischer Weißseinsforschung.

2013 wurde Plantation Memories von Kilomba zu einer Bühnenlesung adaptiert. Kilomba befasst sich in jüngeren Arbeiten verstärkt mit der performativen Inszenierung theoretischer und politischer Texte, wozu auch der Film Conakry (2013) über den afrikanischen Freiheitskämpfer Amílcar Cabral zählt. Seit 2015 entwickelt Grada Kilomba das Projekt „Decolonizing Knowledge: Performing Knowledge“.

Links:
https://gradakilomba.com

Mehr Informationen: 

https://www.maat.pt/pt/exhibition/grada-kilomba-o-barcothe-boat