© Kiluanji Kia Henda

ENTWURF FÜR DAS MAHNMAL ZUR WÜRDIGUNG VERSKLAVTER MENSCHEN, LISSABON

Kiluanji Kia Henda: Plantage

Der Künstler Kiluanji Kia Henda hat den künstlerischen Entwurf „Plantage - Wohlstand und Albtraum" bei der Ausschreibung für das in Lissabon geplante Mahnmal zur Würdigung versklavter Menschen eingereicht und erhielt den Zuschlag. Das künstlerische Werk soll als Denkmal an zentraler Stelle in Lissabon auf dem Campo das Cebolas noch 2021 errichtet werden. In dieser Arbeit setzt sich der Künstler mit der Erinnerung an die Sklaverei als Präsenz einer Abwesenheit auseinander, da es unmöglich ist, „ein solches transnationales Trauma auf direkte und realistische Weise darzustellen“.

Bei dem Projekt handelt es sich um die Darstellung einer Zuckerrohrplantage, die aus 540 Zuckerrohrstängeln aus schwarzem Aluminium besteht, die jeweils 3 Meter hoch sind und einen Durchmesser von 8 Zentimetern haben. Das Denkmal zeigt ebenso die historische Verbindung zwischen Monokultur und Sklaverei wie die zwischen dem Übermaß an Reichtum und der unmenschlichen Ausbeutung. Ziel des Projekts ist es, einen Ort der Erinnerung zu schaffen, der zum Nachdenken anregt. Es geht darum, dass im Zentrum der Angst Wege der Begegnung offen sind, die zu neuen Kreationen und neuen Möglichkeiten des Zusammenlebens führen, so der Künstler in seiner Projektbeschreibung. 

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BIOGRAFIE DES KÜNSTLERS

Kiluanji Kia Henda Angola (1979)

Er lebt und arbeitet in Luanda, Angola. Er hat an mehreren Residenzprogrammen teilgenommen, unter anderem in Venedig, Kapstadt, Paris, Amman, Arles, New York und Sharjah. Zu seinen Einzelausstellungen gehören "Something Happened on the Way to Heaven" (Lissabon, 2020), "The Isle of Venus" (Museum Leuven, Leuven, 2020), "A City Called Mirage" (International Studio and Curatorial Program, New York, 2017), "In the Days of a Dark Safari" (Filomena Soares Gallery, Lissabon, und Goodman Gallery, Kapstadt, 2017) und "Self-Portrait As A White Man" (Galleria Fonti, Neapel, 2010).

Als Gründungsmitglied des Kollektivs Fuckin'Globo in Luanda hat der Künstler auch an Gruppenausstellungen in zahlreichen Institutionen teilgenommen, darunter das Barbican Art Center (London, 2020), das Migros Museum (Zürich, 2020), das Centre Georges Pompidou (Paris, 2020), das Zeitz MOCAA (Kapstadt, 2019), die Tate Modern (London, 2019), das MAAT (Lissabon, 2018), das National Museum of Afri-can Art - Smithsonian Institution (Washington D.C.), 2015) und das Museo Guggenheim (Bilbao, 2015). Seine Arbeiten wurden auf der Gwangju Biennale (2018), der Bergen Assembly (2013), der São Paulo Biennale (2010), der Venedig Biennale (2007) und der Luanda Triennale (2007) ausgestellt. Im Jahr 2017 wurde er mit dem Frieze Artist Award ausgezeichnet. Im Jahr 2019 präsentierte er sein Werk The Fortress im Hof des Somerset House (London).

Der Künstler wurde 2012 mit dem Nationalen Kultur- und Kunstpreis von Angola ausgezeichnet. Seine Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen wie der Tate Modern (London), dem Museum of Modern Art (Warschau), dem Centre George Pompidou (Paris), dem Pérez Art Museum (Miami) und der Calouste Gulbenkian Modern Art Collection (Lissabon).

Mehr Informationen:

Allgemeine Informationen zum geplanten Mahnmal - www.memorialescravatura.com

Siehe: Interview des Künstlers

Siehe: Text über das partizipative Auswahlverfahren in Lissabon